Wie alles beginnt

Um eine neue Bürgerplattform zu gründen, braucht es zunächst einen städtischen Bereich, in dem viele verschiedene Menschen leben, die alle in vereinzelten Organisationen aktiv sind:

 

Sport- oder Kultur-Vereine, religiöse Gemeinden, Stadtteilgruppen, Bildungseinrichtungen etc. Meist kümmert sich jede Organisation für sich allein um ihre speziellen Anliegen...

 

Am Anfang sehen katholische Gemeinde und Nachbarschaftsverein eventuell noch keine gemeinsamen Interessen. Durch das regelmäßige Gespräch und den langfristigen Beziehungsaufbau entdecken sie aber, dass ihre Mitglieder sich über dieselbe Straßenüberquerung ärgern oder über die Situation im vernachlässigten Wohnviertel um die Ecke.

Nach einem Jahr Aufbauzeit, in denen aus den Einzel-Gesprächen langsame erste Verknüpfungen entstehen, entsteht die Kerngruppe, die im folgenden Jahr den eigentlichen Aufbau vorantreibt.

 

In einem letzten Schritt werden Anliegen und Themen gesammelt und bewertet,  in thematischen Arbeitsgruppen werden die Probleme konkretisiert, Lösungswege gesucht und relevante Entscheider in Politik und Gesellschaft  identifiziert. 

 

Erst dann kommt es zur öffentlichen Gründung einer gemeinsamen Plattform: Die Bürgerplattform gibt sich einen eigenen Namen und benennt  Herausforderungen, die man gemeinsam angehen will.



Was ist Passiert?

Seit April 2016 ist die Community Organizerin in Spandau nun dabei bestehende Vereinen, Initiativen und Gruppen zu kontaktieren und zu diesen Beziehungen aufzubauen. Gruppen im Bezirk Spandau sind dabei Kindertagesstätten, öffentliche und private Schulen, Gemeinden, Moscheen, Kulturzentren, Bürgerinitiativen, arabische, türkische, muslimische, afrikanische Gruppen etc.

 

Die Resonanz ist sehr gut. Schon fünf Informations-Veranstaltungen zur Bürgerplattform Spandau mit insgesamt 40 Gruppen haben stattgefunden. In weiteren Treffen geht es aktuell darum Beziehungen untereinander aufzubauen. Aber auch für neuere Gruppen werden weiterhin Informations-Veranstaltungen organisiert.

 

Aus den Einzel-Gesprächen entstehen aktuell langsam erste Verknüpfungen, die durch regelmäßige interne Veranstaltungen zum Beziehungsaufbau und Interessensaustausch weiter vertieft werden.

 

Auch hat die Zusammenarbeit der schon interessierten Gruppen zu der Bildung einer Kerngruppe geführt, die verstärkt Verantwortung für den Aufbau der Bürgerplattform übernimmt. 

Diese organisieren regelmäßige Treffen zum Beziehungsaufbau, damit die Menschen in den Spandauer Gruppen sich intensiver kennenlernen und Vertrauen zueinander aufbauen.

 

Die Kerngruppe treibt den Aufbau der Bürgerplattform in zwei Richtungen voran. Dabei geht einerseits um die Information der Mitglieder und die Integration aller Menschen in den einzelnen Gruppen, die sich engagieren wollen. Dies erfolgt durch separate Informations-Veranstaltungen in den jeweiligen Gruppen oder ähnliche zu ihnen passende Formate.

 

Andererseits ist es Ziel der Bürgerplattform zu wachsen: daher geht es darum, neue Gruppen und Menschen, die sich in der Bürgerplattform Spandau engagieren wollen, zu finden und mitzunehmen.

 

Dies führt einerseits zu einer Stärkung "nach innen" und bietet jedem Gruppenmitglied die Möglichkeit sich zu engagieren und in der Zukunft Themen einzubringen. Andererseits führt es zu einer Stärkung "nach außen" i.d.S. dass die Kerngruppe zusammen mit der Organizerin auf breiter Basis und mit vereinten Kräften konstant weitere interessierte Gruppen integrieren kann.

 

(Stand Mai 2017, unterliegt Aktualisierungen)



Ausblick

In einem letzten Schritt werden Anliegen und Themen gesammelt und bewertet. Durch die regelmäßigen Treffen und den Beziehungsaufbau untereinander, haben die Gruppen und Menschen neben bekannten Unterschieden es einfacher auch gemeinsame Interessen und geteilten Ärger zu entdecken. Wie etwa über fehlende Kitaplätze, mangelnden sozialen Wohnraum, ungerechte Ärzteverteilung und vieles mehr...


Daraus entwickeln sie in Zusammenarbeit gemeinsame Ideen für Verbesserungen. In thematischen Arbeitsgruppen werden die Probleme konkretisiert, Lösungswege gesucht und relevante Entscheider in Politik und Gesellschaft  identifiziert.

 

Nicht jedes Mitglied arbeitet an jedem Thema, vielmehr suchen sich die Gruppen in der Bürgerplattform Gruppen mit ähnlichen Interessen und arbeiten verstärkt mit diesen zusammen.

Im Frühjahr 2018 wird es zur öffentlichen Gründung der Bürgerplattform kommen: Die Bürgerplattform gibt sich einen eigenen Namen und benennt  Herausforderungen, die man gemeinsam angehen will.

 

Ziel der Gruppen der Bürgerplattform Spandau ist es dabei, mit ca. 20-30 Mitgliedern zu starten, die aus allen 9 Stadtteilen Spandaus kommen, vielfältig und bunt sind. 

 

 

Ab jetzt gibt es sichtbare Ergebnisse! Doch anders als klassische Bürgerinitiativen, die sich auflösen, wenn ihr Anliegen erledigt ist, sind Bürgerplattformen lernende Organisationen, die sich permanent neue Themen suchen und so das Gemeinwesen in einen dauerhaften Verbesserungsprozess bringen.